Verleimregeln

In diesem Beitrag möchte ich Euch die wichtigsten Verleimregeln nahebringen. Wenn Ihr den Beitrag Begriffskunde Holz vorher gelesen habt ist das sicherlich von Vorteil.

Verleimregeln: Abwechselnd links und rechts.

Bekanntlicherweise haben Bohlen und Bretter eine linke und eine rechte Seite. Die rechte Seite ist dem Kern zugewandt, die linke Seite dem Splintholz.

Ein einzelnes Brett schüsselt sich auf der linken (dem Splint zugewandten) Seite und wölbt sich dementsprechend auf der rechten (dem Kern zugewandten) Seite.

Fügt man nun die Bretter, wobei alle linken Seiten oben liegen, so addierte sich die Schüsselung und das gesamte Brett wird hohl.

Andersherum wölbt sich das Brette nach außen, wenn sich alle Wölbungen addieren, indem man alle rechten Seiten nach oben liegend die Bretter fügt.

Wenn man also ein großes (breites) Brett erstellen will, so wechselt man die linke und die rechte Seite des Brettes. Dadurch entsteht später eine leichte Wellung des Brettes, weil sich jede Schüsselung (linke Seite) durch die benachbarte Wölbung (rechte Seite) aufhebt. Insgesamt bleibt das Brett aber verzugsarm.

Es ist später nicht immer ganz einfach festzustellen, was die linke und rechte Seite des Holzes ist. Deshalb wird oft auf die Querschnittfläche der einzelnen Lamellen geschaut. Hier sollten sich steigende und fallende Jahrringe abwechseln.

Das Herzbrett

Das Herzbrett hat nur zwei rechte Seiten. Da es stehende Jahrringe hat ist es unerheblich, welche Seite „oben“ liegt. Lediglich der Kern sollte herausgeschnitten werden, da in Ihm sehr hohe Spannungen herrschen und er deshalb zum reißen neigt.

Verleimregeln: Splint- an Splint- und Kern- an Kernholz

Da das Brett im Schwindholzbereich stärker schwindet (dünner wird) als im Kernholz gibt es auch hier eine goldene Verleimregel.

Splint- an Splintholz und Kern- an Kernholz.

Nun ist es in der Regel so, dass die Bretter gar kein Splintholz mehr haben (das wird beim besäumen entfernt). Muss ich die Regel deshalb nicht beachten?

Doch natürlich. Die Regel bedeutet, dass das nach außen zeigende Holz mit dem nach außen zeigendem Holz und das zum Kern zeigende Holz mit dem zum Kern zeigendem Holz verleimt werden soll. Das ist unabhängig davon, ob das Brett noch Splintholz hat oder dieses während des Besäumens entfernt wurde.

Hintergrund ist dass die unterschiedliche Schwindung dafür sorgen kann, dass sich die Leimfuge löst, weil die linke Seite der Leimfuge sich anders schwindet, als die rechte Seite der Leimfuge.

Das richtige Verleimen

Das richtige Verleimen habe ich im Beitrag Verleimen für Heimwerker beschrieben. Der richtige Leim für Euer Projekt könnt Ihr im Beitrag Der richtige Leim nachschlagen.

Fazit

Zwei ganz einfach Verleimregeln die sich wirklich jeder merken kan haben großen Einfluss darauf, ob Euer Projekt ein Erfolg oder Misserfolg wird. Das Fügen er Bretter beschreibe ich hier.

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